Psychiatrie

Die Betreuerin,eine dickliche,nette Frau zeigte mir mein Zimmer.
Es war das letzte auf dem Flur,direkt neben dem Arztzimmer und ich hatte das einzige Krankenhaus Bett der Station.
Meine Zimmernachbarin war zwei Jahre älter als ich und war auch erst einen Tag da.Sie hatte Depressionen und SVV (selbstverletzendes Verhalten).Sie trug nur schwarze Kleidung und war ziemlich aufdringlich.
Kurz gesagt: Ich mochte sie überhaupt nicht und hatte Angst vor ihr.
Was erwartet man auch von einem 11 jährigen Mädchen,die vor einem Tag erfahren hat,dass sie psychisch krank sein soll?!
Mir war alles zu viel.

Kurze Zeit später saß ich mit meinen Eltern auf der roten Couch im Gemeinshafts- Essensraum.
Meine Eltern mussten eine Menge von unnötigen Fragebögen ausfüllen und ich saß dort einfach nur völlig überfordert und schaute mir mein 'neues Zuhause' für die nächsten Wochen an:

In dem Raum befand sich gegenüber von der Couch ein alter Fernseher und in der Mitte stand ein Kicker.
Rechts ging es nach draussen auf einen heruntergekommenen Hof und links gab es zwei Esstische.
Ich weiß nicht wie viel Zeit verging doch irgendwann gab es Mittagessen.
Die anderen Kinder saßen alle an den Tischen und die Betreuer verteilten das Essen.
Es gab Pizza.
Es roch so gut.
Ich weiß noch wie ich sogar darauf gehofft habe man würde mich zwingen etwas davon zu Essen.
Ich hatte den Drang Energie zu bekommen.
Etwas warmes im Magen zu spüren.
Doch niemand forderte mich dazu auf und so schaute ich den anderen beim essen zu.

Nach dem Essen hatten meine Eltern noch ein kurzes Gespräch mit der Ärztin und bald mussten sie gehen.
Ich weinte und weinte.Weinte,wie noch nie zuvor in meinem Leben.
Mein letzter Stützpunkt,meine Familie wurde mir weggenommen.

In diesem Moment ahnte ich noch nicht,was mich alles erwarten würde.

19.9.13 17:59

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