Sonde,Tränen,Verzweiflung..

Ich wollte nicht schlafen.Nicht in diesem Zimmer.Nicht mit einer Zimmernachbarin die mir erzählte,ihre Freundin hätte sich vor einem Jahr im selber Zimmer versucht die Pulsschlagader mit einer Rasierklinge aufzuschneiden.
Doch ich musste.
Traute mich nicht zu der Nachtwache zu gehen und zu fragen ob ich wo anders schlafen konnte.
Und so lag ich wach in meinem Krankenhausbett und fühlte nichts ausser Angst und Kälte und schaute aus dem vergitterten Fenster auf eine graue Mauer.
Gegen 4:00 Uhr morgens schlief ich vor lauter Erschöpfung ein.Ich hatte Angst nicht mehr lebend aufzuwachen,doch auch keine Kraft mehr mich wach zu halten.Im Endeffekt war es sowieso egal ob ich noch lebend aufwachte oder nicht,dachte ich.

Wenig später gegen 5:00 wurde ich von einer Betreuerin geweckt.Sie zog mich wortwörtlich aus dem Bett und schrie mich an ich solle schnell machen.
Ich weinte wie noch nie.Ich hatte Angst.Wusste nicht was passieren wird.
Sie sagte der Arzt hätte mir eine Sonde verordnet.
Ich hatte keine Ahnung was das ist.
Sie zog mich hinter ihr her über den Boden.Ich klammerte mich an meinen Teddy und hatte sowieso überhaupt keine Kraft mich in irgendeiner Weise zu wehren.
Ich schrie sie an ich wolle zuerst mit meinen Eltern telefonieren.
Daraufhin wurde sie noch lauter und hievte mich auf einen Stuhl.
Ich schrie sie wieder an,ich wolle zuerst mit meinen Eltern reden.
Ich hörte dass die Ärztin im gleichen Zimmer anscheinend mit meinem Papa redete.
Als sie mich hörte gab sie mir widerwillig den Hörer.
Papa sagte,dass er schon mit der Ärztin darüber geredet habe und ich solle das erstmal machen lassen,vielleicht würde es mir ja helfen.
Doch ich sagte ihm,dass ich das alles nicht möchte.Dass ich nach Hause möchte.
Er antwortete er hätte mich auch lieber zu Hause,aber er möchte mich nicht verlieren.
In dem Moment wurde mir der Hörer aus der Hand gerissen.
Ich schlug uns trat um mich.
Ich wollte das alles nicht.
Wusste nicht was gerade passierte.
Ich schrie immer weiter.
Die Betreuerin sagte wenn ich nicht aufhöre würde ich fixiert werden.Doch mir war sowieso alles egal.
Sie banden meine Füße an dem Stuhl fest und zwei Pfleger hielten meine Arme und meinen Kopf fest.
Die Betreuerin schob den Gummischlauch langsam durch meine Nase und hielt mir einen Becher an den Mund.Sagte ich solle langsam schlucken wenn sie 'jetzt' sagte.
Es war ein Gefühl als würde mir jemand den Hals aufschneiden.
Ich wollte nicht mehr.Wollte sterben.

2 Kommentare 20.9.13 17:25, kommentieren

When we are no longer able to change a situation,
we are challenged to change ourselves.

20.9.13 16:41, kommentieren


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